Feierabend-Pils für Jedermann und seine Buhlschaft

3. September 2020

Stiegl Festspiel Pils

„Hier hilft kein Weinen und kein Beten ..." – heuer fiel die Feier zum 100. Jedermann bei den Salzburger Festspielen leider CoVid19-bedingt aus. Salzburg feierte im Jubiläumsjahr trotzdem einen großartigen Jedermann und einer fantastischen Buhlschaft. Das traditionelle Stiegl-Premierenfass konnte Tobias Moretti heuer zwar nicht anstechen, allerdings gönnte er sich mit „seiner Buhle" Caroline Peters nach 14 gelungenen Aufführungen doch ein verdientes „Feierabend-Pils".

Uraufgeführt wurde der „Jedermann“ 1911 in Berlin. Hofmannsthal hatte sein Stück nach Art eines altenglischen Mysterienspiels in historisch anmutenden Knittelversen verfasst. Die Wiederbelebung dieser mit allegorischen Figuren wie dem „Mammon“ oder dem „Glauben“ ausgestatteten dramatischen Form wollte der Dichter als Erneuerung des Theaters aus dem Geist der Vergangenheit verstanden wissen. Bis 2002 wurde der „Jedermann“ in Salzburg streng nach den Vorgaben Reinhardts inszeniert, in altertümlichen Kostümen und deklamatorischer Sprache. Der Leiter der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl, brach erstmals mit der ehernen Tradition und setzte deutliche moderne Akzente. Die auch in diesem Jahr gespielte Inszenierung von Michael Sturminger aus dem Jahr 2017 ist die bislang radikalste. Sie zeigt einen sehr heutigen Jedermann.


Pressebild 1+2: Das traditionelle Stiegl-Premierenfass konnte Tobias Moretti heuer zum 100-Jahr-Jubiläum zwar nicht anstechen, allerdings gönnte er sich mit „seiner Buhle" Caroline Peters nach 14 gelungenen Aufführung doch ein verdientes „Feierabend-Pils".
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