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Sebastian Frauenhuber
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Sebastian Frauenhuber2026-07-20 08:37:492026-07-20 08:37:58Neuer Jedermann-Sommer, neue Buhlschaft: Die Premierenfeier, rauschend wie immer!1. Wildshut-Campus-Symposium
Boden, Pflanze, Tier, Gesundheit. Regenerativ denken. Ganzheitlich tun.
Am 19. Februar 2026 fand am Stiegl-Gut Wildshut das 1. Campus-Symposium zum Thema „Boden, Pflanze, Tier, Gesundheit. Regenerativ denken. Ganzheitlich tun.“ statt. Einen ganzen Tag lang referierten und diskutieren namhafte, internationale Experten wie Anita Idel, Martin Grassberger und Manuel Winter regenerative, ganzheitliche Lösungen rund um Ernährung, Klima und Landwirtschaft.
Impulszentrum Stiegl-Gut Wildshut
Am Stiegl-Gut Wildshut handeln wir nach dem Prinzip „vom Boden ins Glas“ – und nehmen deshalb auch alle Schritte des Bierbrauens in die eigenen Hände. Weil uns das Kreislaufprinzip sehr wichtig ist – und weil es uns auch ein Anliegen ist, Menschen zusammenzubringen – laden wir immer wieder zu Veranstaltungen, Workshops und Vorträgen ein, in denen es unter anderem um intakte Ökosysteme und gesunde Böden für verantwortungsvollen Genuss und Lebensfreude geht.
Im Einklang mit lebendigen Systemen
Beim ersten Campus-Symposium am Stiegl-Gut Wildshut stand ein Thema im Mittelpunkt: Wie können wir in einer Zeit multipler Krisen wieder im Einklang mit lebendigen Systemen wirtschaften, denken und leben? Neben Vortragenden wie Anita Idel und Manuel Winter, begeisterte der Experte Martin Grassberger die anwesenden Gäste spannenden Impulsen.
Anita Idel: „Warum die Kuh keine Klimakillerin ist.“
Aus einer wissenschaftlich fundierten, aber durchaus unkonventionellen Perspektive verknüpfte Anita Idel, Rindertierärztin, Autorin, Lehrbeauftragte und Wirtschaftsmediatorin, die Themenbereiche Landwirtschaft, Klima und Ernährung ganzheitlich. Sie lud in ihrem Vortrag mit dem zugespitzt formulierten Thema „Warum die Kuh keine Klimakillerin und stattdessen der Schlüssel zu gesunden Böden ist.“ dazu ein, gängige Thesen zu hinterfragen und agrarische Zusammenhänge neu zu denken.
Praxisbeispiel: Bio-Landwirtschaft Gut Wildshut
Auch in der eigenen Bio-Landwirtschaft auf Stiegl-Gut Wildshut werden Projekte rund um Kreislaufwirtschaft, Artenvielfalt und neues, nachhaltiges Wirtschaften realisiert: Im Rahmen einer Stallführung mit Manuel Winter und Alexander Steinwender konnten sich die Teilnehmer:Innen des Symposiums selbst ein Bild davon machen, wie die Pinzgauer Rinder am Gut in einem modernen Kompoststall mit viel Raum, Licht und Bewegung leben. Ein nächster Schritt für die Stärkung des Pflanzenwachstums und den Schutz des Bodens wird mit der Umstellung auf Umtriebsweide gesetzt. Durch flexibel gesteuerte, kurze Beweidungsphasen und ausreichend lange Ruhezeiten wird das Pflanzenwachstum gestärkt, der Boden geschützt und die natürliche Regeneration gefördert. So entstehen artenreiche und widerstandsfähige Weidesysteme, die Humus aufbauen, Wasser speichern und einen wirksamen Beitrag zu Boden-, Klima- und Tiergesundheit leisten.
Manuel Winter: „Die Kuh als Schlüssel zu einer besseren Zukunft.“
Im Anschluss an die Stallführung drehte sich auch im Vortrag von Manuel Winter – Gründer der Initiative „Change Grazing“, international tätiger Berater, Impulsgeber, Wissenschaftler und Herdenmanager – alles um die Kuh. Genauer gesagt stand das Thema „Die Kuh als Schlüssel zu einer besseren Zukunft. Weiden- und Herdenmanagement in der Praxis“ im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dabei verband Winter fundiertes Wissen mit Innovationsgeist und veranschaulichte Weide- und Herdenmanagement mit Best-Practice-Beispielen.
Martin Grassberger: „Regeneration statt Kontrolle“
Als habilitierter Mediziner, promovierter Biologe/Anthropologe, zertifizierter Baubiologe (IBN/BBI), Autor, Facharbeiter der Landwirtschaft sowie Fellow der Royal Society of Art lieferte Martin Grassberger unter dem Motto „Regeneration statt Kontrolle“ einen ebenso dichten wie inspirierenden Impulsvortrag. In seinem Vortrag zeigte Grassberger auf, dass viele unserer heutigen Probleme – von Gesundheitskrisen über Umweltzerstörung bis zu gesellschaftlicher Instabilität – auf einer falschen Grundannahme beruhen: dem mechanistischen Weltbild. „Wir leben im Zeitalter des radikal-analytischen Reduktionismus“, so Grassberger. Die Illusion, komplexe Systeme kontrollieren zu können, führe uns auf einen „biologischen Kollisionskurs“. Stattdessen brauche es ein neues Verständnis dafür, dass Natur, Körper, Gesellschaft und Ökonomie komplex-adaptive Systeme sind, die sich nicht linear, sondern in Beziehung zu- und miteinander entwickeln.
Mikrobiom, Boden und Gesundheit
Besonderen Fokus legte der promovierte Biologe in seinem Vortrag auf das Mikrobiom und die zentrale Rolle lebendiger Böden. Der Mensch sei ein „Holobiont“– also ein Zusammenspiel aus menschlichen und mikrobiellen Zellen. „Wir sind genetisch zu 99 Prozent Mikrobe“, betonte er und meinte: „Was im Boden geschieht, spiegelt sich direkt in Mensch und Tier wider.“ Nur ein belebter, vielfältiger Boden ermögliche Pflanzen mit hoher Nährstoff- und Sekundärstoffdichte – und damit echte Lebensmittel. Die Landwirtschaft sei daher kein technischer Produktionsprozess, sondern ein unendliches Spiel, das Respekt, Beobachtung und Kooperation erfordere. „Wir können Komplexität nicht dominieren. Wir müssen mit Systemen tanzen“, betonte der Mediziner.
Unsere Pinzgauer Rinder beim Grasen. Foto: Bi Unique / Abdruck honorarfrei!













